Stromanbieter in Deutschland - ein Überblick
Der
deutsche Strommarkt ist vor allem durch eines geprägt: eine erstaunliche
Breite an unterschiedlichen Anbietern. Einige davon sind (praktisch)
im gesamten Bundesgebiet aktiv, andere zeichnen sich durch ihre Rolle
als regionale Anbieter aus. Zu den marktbeherrschenden Größen
zählt die ursprünglich schwedische Vattenfall Gruppe, eines
der größten stromerzeugenden Unternehmen in Europa, das
außer in Deutschland noch in Schweden, Großbritannien
und Polen vertreten ist. In Deutschland ist Vattenfall vor allem in
den großen Städten (etwa Berlin und Hamburg) stark und
wird durch die anstehende Übernahme des ebenfalls in Deutschland
vertretenen und vor allem auf Großkunden orientierten Nuon Konzerns
noch an Marktanteilen gewinnen. Von Vattenfall gelieferter Strom wird
aus Braunkohle, Wasserkraft oder Kernkraft gewonnen.
Auch die RWE AG zählt zu den größten Stromversorgungsunternehmen
Europas und deckt den gesamten Bereich der Herstellung, des Transports,
des Handels und des Vertriebs von Gas und Strom ab. Das Unternehmen
mit Sitz in Essen liefert Strom aus unterschiedlichen Quellen, versucht
aber nach eigenen Angaben die Herstellung aus erneuerbaren Energiequellen
zu fördern (besonders aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft). Einen
anderen Weg hat die in München ansässige E.ON Energie AG
eingeschlagen: Der Großteil der von ihr gelieferten Energie
kommt aus Kernkraftwerken, dazu kommen fossile Energieträger
und Wasserkraft.
Im Konzert der Großen kann auch die EnBW AG mitspielen, sie
ist die drittgrößte Stromanbieterin in Deutschland und
konnte vor allem mit der Tochterfirma Yello Strom bedeutend an Marktanteilen
gewinnen. Yello Strom setzt auf niedrige Preise und hohes Marketingbudget.
Mit dem allseits bekannten Werbespruch "Welche Farbe hat eigentlich
Strom?" konnte das Unternehmen an die 1,5 Millionen Kunden gewinnen.
Der Stromanbieter EWE AG, der seinen Sitz in Oldenburg hat, setzt dagegen weniger auf Marketing, verfügt aber dennoch über ein großes Versorgungsgebiet. Als momentan fünftgrößter deutscher Energieversorger ist EWE nicht nur im Kerngebiet Ems-Weser-Elbe-Region tätig, sondern auch auf der Insel Rügen, in Brandenburg und in Westpolen. Im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von rund sieben Millarden Euro erwirtschaftet. Die EWE- Tochterfirma NaturWatt liefert Ökostrom, der durch erneuerbare Energien wie Wind, Wasser und Sonne produziert wird. Laut Unternehmen wird die Qualität der Energie jährlich vom TÜV Nord geprüft und bestätigt.
Dazu kommen eine Reihe von kleineren, aber in großen Teilen
des Bundesgebiets aktiven Anbietern, etwa entega, eprimo, LichtBlick,
die Naturstrom AG oder Geno Strom und, vor allem, eine unüberblickbare
Vielfalt an regionalen Anbietern, sei es die SWM Stadtwerke Versorgungs
GmbH München, die Dortmunder Energie und Wasserversorgung DEW
21 oder die Stadtwerke Düsseldorf. Gerade regionale Anbieter
sind häufig durch länderspezifische oder regionale Umweltschutz-
oder Klimaprojekte geprägt. So erzeugt etwa in Dresden SONN DIR
WATT, ein Gemeinschafts-Sonnenenergiewerk, Strom für die Stadt.
Ein Weg, den auch andere Städte einschlagen - in Düsseldorf
wurde beispielsweise begonnen, Schulen mit Photovoltaikanlagen auszustatten.
In Dortmund beteiligen sich eine Reihe von Dortmunder Großunternehmen
am Projekt ÖKOPROFIT, ein Projekt, das gleichzeitig auf Umweltschutz
und die Einsparung von Strom abzielt. Und auch in Bayern wird Umweltschutz
groß geschrieben: Nicht nur sieht sich München als die
"1.Energiesparkommune", mit Initiativen wie dem Münchner
Förderprogramm für Energieeinsparungen und der Initiative
"Pro Klima - contra CO2" wird versucht weitergehende Aufklärungsarbeit
zu leisten.