Strom im Urlaub
Ist
Ihnen schon einmal passiert, auf Reisen in einem fremden Land zu sein,
und auf einmal festzustellen, dass Sie ihren Rasierapparat oder Haartrockner
nicht verwenden können, weil das Stromkabel der Geräte nicht
in die ausländischen Steckdosen passt? Tatsächlich gibt
es nicht nur weltweit, sondern auch schon europaweit recht unterschiedliche
Steckdosentypen. Der in Deutschland übliche SchuKoStecker (Schutzkontaktstecker)
ist weit nicht so verbreitet, wie man annehmen möchte.
Grundsätzlich gilt es in Sachen unterschiedlicher Steckersysteme
zwei verschiedene Formen der Kompatibilität zu beachten. Erstens
die Kompatibilität auf Basis der rein äußerlichen
Form der Stecker bzw. der Steckdosen und zweitens die elektrische
Kompatibilität, also die Kompatibilität von Spannungen,
Stromstärken etc.
Die erste Form ist mit geringeren Problemen verbunden. Der Reisende
merkt sehr schnell, wenn seinem Stecker mit zwei Kontaktstiften plötzlich
eine Steckdose mit drei Löchern gegenüber tritt. Oder wenn
die Größendimensionen einfach nicht zueinander passen wollen.
Etwas anders verhält es sich da schon bei unterschiedlichen Spannungen,
Stromstärken und Netzfrequenzen, mit denen der Strom aus der
Leitung kommt. Das kann zu gravierenderen Problemen führen, im
besten Fall zu einem Kurzschluss, im schlimmsten zu einem Geräteschaden
oder gar einem Wohnungsbrand.
Zur Beruhigung sei aber gesagt, dass die beiden Arten der Inkompatibilität
meist Hand in Hand gehen. Außerdem bilden die elektrischen Aspekte
der Stromnetze weit größere gemeinsame Räume. Ganz
Europa, Australien und beinahe ganz Asien und Afrika sowie Teile von
Südamerika verwenden Wechselstrom mit einer Spannung von 230
Volt bei 50 Hertz Frequenz, wobei die Nennspannung von 230 Volt eine
Variation zwischen 220 und 240 Volt bedeuten kann. Vor allem Nord-
und Mittelamerika haben ein davon abweichendes Netz, das mit 120 Volt
bei 60 Hertz betrieben wird. Dazwischen gibt es vereinzelt Mischformen
(etwa 120V bei 50 Hz und 230 V bei 60 Hz sowie Kombinationen aus zwei
Varianten).
Die Steckertypen unterscheiden sich je nach Gebiet stärker von
einander. Insgesamt werden weltweit 15 verschiedene Steckertypen unterschieden,
bezeichnet werden diese mit den Buchstaben A bis M. Die am meisten
verwendeten Steckertypen sind A und B (in Nord- und Mittelamerika)
sowie C, E und F (in großen Teilen Europas, Asiens sowie in
vielen afrikanischen Ländern). Australien hat ein ganz eigenes
Steckersystem (I), im Rest der Welt herrschen hauptsächlich Mischformen
- manchmal sogar aus drei verschiedenen Steckdosentypen - vor. Innerhalb
von Europa stechen vor allem Großbritannien und Nordirland (G),
die südliche Schweiz (J) und Teile Dänemarks (K) mit eigenen
Steckdosentypen hervor, in Irland gibt es drei verschiedene und in
Italien parallel zum SchuKo- noch ein eigenes altes Steckersystem
(L).
Für den Urlauber bedeuten die unterschiedlichen Steckersysteme
vor allem die Notwendigkeit, sich Adapter und, gegebenenfalls, Spannungswandler
zu besorgen. Beim Kauf eines Adapters auf das Siegel "GS",
das für "geprüfte Sicherheit" steht, achten!