Gefahrenquelle Strom

Gefahrenquellen StromStrom kann - wie jedes Kind weiß - äußerst gefährlich sein, und zwar aus zwei Gründen: als potenzielle Brandursache und als Quelle schwerer körperlicher Verletzungen.

Strom als Brandursache
Laut jüngsten Schätzungen spielt elektrischer Strom bei rund der Hälfte der ermittelten Brandursachen eine zentrale Rolle. Eine der häufigsten Auslöser ist dabei der Kurzschluss. Von einem Kurzschluss spricht man, wenn im Stromkreis der Widerstand zu gering wird und der Strom daher nahezu ungebremst von einem Ende zum anderen fließt. Er kann zustande kommen, wenn die Isolierung der Leitung beschädigt ist, und schnell zu Überhitzungsschäden führen, ein Effekt, den etwa auch das Anschließen zu vieler Geräte haben kann. Auch gewöhnliche Wackelkontakte, also unbeabsichtigte, zeitweise Unterbrechungen von Stromkreisen, können Brände verursachen, wenn an der unterbrochenen Stelle Funken austreten.

Als Schutzmaßnahme vor allem bei Kurzschlüssen dienen Sicherungen, die den Stromkreis unterbrechen, wenn die Durchflussmenge für die Leitungen zu hoch wird; das muss innerhalb von Zehntelsekunden passieren. Moderne Sicherungskästen sind den altmodischen Porzellansicherungen dabei weit überlegen. Letztere sind nicht nur unpraktisch - sie müssen nach jedem Einsatz ersetzt werden, ist also nicht genügend Vorrat im Haus, kann man schon einmal nach einem Kurzschluss im Dunklen bleiben - sondern häufig auch veraltet und bieten dann keinen ausreichenden Schutz mehr. Auch die Erdung (oder Schutzleiter), zu erkennen an der grün-gelb gestreiften Isolierung, erfüllt eine wichtige Sicherheitsfunktion, sie sichert das Abfließen von fehlgeleitetem Strom. Jedes Elektrogerät sollte daher geerdet sein.

Darüber hinaus sollte jeder Haushalt über einen so genannten Fehlerstromschutzschalter, kurz: FI-Schalter, verfügen. Er reagiert auf plötzlich auftretende Änderungen im Stromfluss, die etwa auftreten können, wenn ein Mensch Berührungskontakt mit dem Stromkreis hat. Der FI-Schalter kann damit vor schweren Stromunfällen schützen.

Gefahr Stromunfall
Trotz aller Schutzmaßnahmen enden in Deutschland rund 200 Unfälle mit Strom pro Jahr tödlich. Wie schwer die Folgen eines Kontakts mit fließendem Strom sind, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Zu den häufigsten Verletzungen zählen Verbrennungen und Herzrhytmusstörungen, wie etwa Kammerflimmern. Relevant für das Ausmaß der Verletzung sind vor allem die Stromstärke, die Spannung und die Dauer des Kontakts. Dazu kommt die Art des Stroms (Gleichstrom oder Wechselstrom), welchen Weg der Strom durch den Körper nimmt, der Zustand der Hautoberfläche (z.B. feuchte Haut), sowie die Isolierung zum Boden hin (welcher Untergrund, welche Schuhe?). Wechselstrom ist gefährlicher für den menschlichen Körper, besonders für das Herz, da die Frequenz den Herzmuskel reizt. Bereits bei 30 bis 50 mA können schwere Verletzungen auftreten, ab 50 mA kann Wechselstrom tödlich sein. Gleichstromschläge hingegen sind sogar bei 300 mA noch nicht tödlich. Zentral ist auch die Höhe der Spannung. Die Haut bildet im trockenen Zustand eine Schutzschicht, die ab 100 Volt durchbrochen werden kann.

Wichtig ist auch, welchen Weg der Strom durch den Körper nimmt. Bei unabsichtlichem Berühren hat man im Normalfall nur einen Kontaktpunkt mit dem Stromkreis, der Strom fließt Richtung Boden ab. Bei zwei Kontaktstellen sieht das anders aus: Man wird Teil des Stromkreislaufs und kommt von alleine nicht mehr raus.