Was ist Strom?
Sei
es die elektrische Straßenbeleuchtung, Haushaltsgeräte,
Computer oder der Schienenverkehr, Strom ist aus unserem Alltag nicht
mehr wegzudenken. Aber was ist Strom eigentlich genau? Elektrischer
Strom ist, laut Definition, die gerichtete Bewegung von Elektronen.
Dieser Bewegung von Elektronen liegt das Prinzip der Anziehung und
Abstoßung von positiv und negativ geladenen Elementarteilchen
(Elektronen und Protonen) zugrunde. Elektrische Spannung entsteht
durch die Trennung und Kumulierung von positiv und negativ geladenen
Teilchen um zwei Pole, den Plus- und den Minuspol. Zwischen diesen
beiden Polen entsteht dann ein so genanntes elektrisches Feld. Wenn
ein solches elektrisches Feld in einem nach außen hin isolierten,
geschlossenen Stromkreis aufgebaut wird, und die geladenen Teilchen
zum jeweils entgegengesetzt geladenen Pol wandern können, spricht
man davon, dass Strom fließt.
Für unsere Nutzung von Strom ist das gezielte Fließen von
Elektronen relevant - Elektronen sind die negativ geladenen Teilchen,
die in der Hülle von Atomen sitzen und mehr oder weniger stark
an ihren Atomkern gebunden sind, weniger stark gebundene Elektronen
können das Atom verlassen. In Metallen sind die Elektronen der
äußersten Schale frei beweglich, sie können daher
frei fließen. Diese Eigenschaft macht Metalle zu guten Leitern
elektrischen Stroms.
Aus diesem Grundprinzip der Elektrizität können zwei zentrale
Begriffe abgeleitet werden: die Spannung, die angibt, wie stark der
negative und der positive Pol eines elektrischen Feldes geladen sind,
und die Stromstärke, die angibt, wie viel elektrische Ladung
pro Zeiteinheit durch den Stromleiter fließt. Stromspannung
wird in Volt gemessen, Stromstärke in Ampere. Eine dritte wesentliche
Größe kommt spätestens mit den elektrischen Geräten
ins Spiel: der so genannte Widerstand.
Aus der Definition von Strom als fließenden Elementarteilchen
ergibt sich, dass Strom streng genommen nicht verbraucht wird. Der
Strom, also die wandernden Elektronen, fließen, wenn man so
will, nach getaner Arbeit wieder zur Quelle zurück und werden
nur kurz an vorhandenen Widerständen (sprich: elektrischen Geräten)
"gestaut". Gemessen wird daher nicht der Stromverbrauch,
sondern die Arbeit im physikalischen Sinn, die durch den elektrischen
Strom ermöglicht wird. Diese Arbeit wird in Wattsekunden bzw.
Kilowattstunden angegeben - das ist jene Einheit, die der Stromzähler
misst.
Das grundlegende Problem der Stromerzeugung besteht darin, zunächst
kontrolliert eine elektrische Spannung und damit die Möglichkeit
des Stromflusses herzustellen. Das ist auf verschiedene Arten und
auf der Grundlage verschiedener physikalischer Vorgänge möglich.
In Kraftwerken werden meist große Generatoren betrieben. Generatoren
erzeugen aus Bewegungsenergie (z.B. dem Drehen eines Windrades) elektrische
Energie, hier sind demnach elektrodynamische Prozesse involviert.
Elektrochemische Reaktionen werden dagegen etwa für Batterien
genutzt. Die Nutzung von Sonnenenergie beruht auf dem so genannten
photoelektrischen Effekt.
Für die Nutzung von elektrischem Strom und vor allem für
seinen "Transport" ist eine weitere Unterscheidung von Bedeutung:
Jene zwischen Gleich- und Wechselstrom. Beim Gleichstrom bewegen sich
die Elektronen immer in dieselbe Richtung (vom Minuspol, durch den
gesamten Stromkreis hindurch, bis zum Pluspol), beim Wechselstrom
"flimmern" sie nur hin und her, sie ändern mit einer
bestimmten Frequenz (üblich sind 50 Mal pro Sekunde) die Richtung.
Aufgrund der leichteren technischen Transportierbarkeit funktionieren
öffentliche Stromversorgungsnetze mit Wechselstrom.