Der Stromkreis und seine Komponenten
Jeder
Stromkreis braucht eine Spannungsquelle (oder eine Stromquelle, Spannungsquellen
sind aber die weit üblichere Variante), einen Stromleiter (das
herkömmliche Stromkabel, um den Strom von der Quelle zum Verbraucher
zu bringen) und einen Verbraucher, der auch gleichzeitig als Widerstand
fungiert: Würde der fließende Strom keinen Abnehmer finden,
käme es zum Kurzschluss, die Elektronen würden sich zu stark
beschleunigen und dabei eine solche Hitze erzeugen, dass der Leiter
zum Schmelzen gebracht würde. Meist sind weitere Komponenten,
die zum Funktionieren des Stromkreises nicht unbedingt nötig
sind, vorhanden: ein Schalter, um den Stromkreis unterbrechen zu können,
etwa.
Spannungsquellen sind die Komponenten, die, umgangssprachlich, den
Strom erzeugen oder abgeben, also beispielsweise Batterien, Generatoren
oder Kondensatoren. Wobei in den drei genannten Geräten jeweils
drei unterschiedliche Arten von physikalisch-chemischen Prozessen
und Kräften wirksam werden: Die historisch älteste Variante
der Stromproduktion ist jene der Batterien, die bereits im 19. Jahrhundert
zum Einsatz kamen. Der elektrische Generator (Dynamo) wurde von Werner
von Siemens um die Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden und stellte
insofern eine technische Revolutionierung dar, als es mit dem Generator
erstmals möglich wurde, Strom in ausreichender Menge zu produzieren,
um Stromnetze, zunächst für die städtische Straßenbeleuchtung
und später auch für Privathaushalte, versorgen zu können.
Kondensatoren erzeugen eigentlich keinen Strom, sondern sind Bauteile,
die es ermöglichen, elektrische Ladungen zu erhalten bzw. zu
"speichern".
Die Spannungs- oder Stromquelle erzeugt entweder Gleich- oder Wechselstrom,
der über den Stromleiter zu den Stromverbrauchern gelangt. Aus
den Steckdosen eines normalen Haushalts kommt Wechselstrom, dieser
muss für digitale Geräte (Computer, Fernseher, Radio), die
intern mit Gleichstrom arbeiten, entsprechend umgewandelt werden.
Als Stromleiter fungieren in Haushalten Stromkabel. Theoretisch können
natürlich alle leitenden Stoffe oder Gase als Stromleiter funktionieren
- um zu verhindern, dass das unabsichtlich passiert, sind Stromkabel
isoliert, also mit nichtleitenden Materialien ummantelt. Gewünscht
sind natürlich Leiter mit geringem Widerstand, um ungewollte
Quelle: Bild Stromkasten
Energieverluste zu minimieren.
Der eigentliche Zweck des Stromkreises ist natürlich erst mit
dem Verbraucher erfüllt. Er wandelt die elektrische Energie in
verschiedene Formen anderer Energie um: etwa Wärme, Licht oder
Bewegung.
Da es aber in den Stromkreisen, wie sie normal verwendet
werden, mehr als einen Abnehmer gibt - man baut schließlich
nicht das ganze Netz auf, um eine einzelne Glühbirne zu betreiben
- müssen einige technische Probleme gelöst werden. Zum einen
muss ein Schmelzen des Leiters aufgrund zu hoher Stromflussmengen,
verursacht durch zu viele bzw. zu energieintensive Abnehmer, verhindert
werden. Andererseits müssen die verschiedenen Abnehmer so in
den Stromkreis integriert werden, dass sie sich nicht gegenseitig
im Weg stehen. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, wie Abnehmer
in den Stromkreis geschaltet werden können: Entweder sie sind
nacheinander integriert, dann spricht man von Serienschaltung, oder
das Netz verzweigt sich und jeder Abnehmer hängt an einem Seitenstrang
des Netzes, technisch gesprochen liegt dann eine Parallelschaltung
vor. Die Parallelschaltung hat in der Praxis große Vorteile,
vor allem, weil bei Parallelschaltung der Ausfall eines einzelnen
Abnehmers nicht den gesamten Kreislauf zum Erliegen bringt (wie man
es z.B. von der Beleuchtung des Weihnachtsbaumes kennt).