Sonnenstrom nutzen: die Photovoltaikanlage

SonnenenergiePhotovoltaikanlagen wandeln die Energie der Sonne in elektrischen Strom um und machen damit im Großen, was für kleinere Geräte schon des längeren üblich ist (bekanntes Beispiel ist wohl der batterielose Taschenrechner). Im Vergleich zu anderen Arten der Stromproduktion ist die Nutzung von Sonnenenergie technisch relativ anspruchsvoll, dafür bietet sie einen großen Vorteil: Jeder Hausbesitzer kann sich theoretisch über eine eigene Photovoltaikanlage selbst mit Strom versorgen.

Für private Haushalte wird überschlagen, dass bei einem Verbrauch von 1000 Kilowattstunden im Jahr Photozellen auf einer Fläche von 10 Quadratmetern benötigt werden. Um die Anlage optimal zu nutzen, sollten diese auf ein südseitiges Dach mit einer Dachschräge von rund 30% montiert werden, aber auch eine Ausrichtung nach Südost oder Südwest verspricht eine gute Energieausbeute. Im Idealfall ist die gesamte Fläche der Anlage auch den ganzen Tag über unbeschattet und nicht direkt am Dach montiert, um eine Kühlung durch Zugluft von unten zu ermöglichen.

Wer Solarpanelen am Dach hat, gilt als Kleinkraftwerksbesitzer und kann die jeweils nicht verbrauchte Energie ins allgemeine Versorgungsnetz einspeisen. In Deutschland kann man seinen Stromüberschuss an regionale Netzbetreiber verkaufen. Diese sind per Gesetz dazu verpflichtet, Privatpersonen als Abnehmer mit festen Preisen (für die ersten 20 Jahre) zu entlohnen. Der festgelegte Preis sinkt jährlich, sodass eine schnelle Investition in eine Solaranlage höher bezahlt wird.

Die Anlage größer auszulegen als dem eigenen Bedarf entspricht, kann sich also finanziell auszahlen, und zwar nicht nur, weil überschüssiger Strom gegen Bares abgegeben wird, sondern auch weil der Bau von Photovoltaikanlagen in Deutschland nur gefördert wird, wenn diese auch tatsächlich ins allgemeine Versorgungsnetz einspeisen. In der Bundesrepublik gibt es einige solcher Maßnahmen zur Förderung der Verwendung von Sonnenenergie zum Beispiel für solare Wassererwärmung, sowohl von Privatpersonen als auch im Rahmen von größeren Projekten bzw. durch Energieanbieter.
Das EEG, das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien, soll eine politische Regelung zur verstärkten Technologieentwicklung auf diesem Gebiet leisten. Es entschädigt allerdings nur im Fall einer Überproduktion, also nur dann, wenn Solarstrom in das Versorgungsnetz eingespeist werden kann. Das "100.000-Dächer-Programm" war Teil des Gesetzes und lief bis 2003 (als Erweiterung des 1000-Dächer-Programms): Günstige Kredite für den Bau von Photovoltaikanlagen sollten speziell Privatpersonen und kleine Unternehmen zur Nutzung von Sonnenenergie motivieren. Firmen im produzierenden Gewerbe können die Investition in eine Photovoltaikanlage über Steuervergütungen wettmachen. Zusätzlich gibt es in einigen Bundesländern eigene Gesetze zur Förderung von Solarenergie, so etwa in Bayern, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen.

Auch in Österreich wurde z.B. mit der "Förderaktion Photovoltaik 2009" der Bau privater Photovoltaikanlagen gefördert. Zur Verfügung standen insgesamt 18 Millionen Euro an Fördergeldern, vor allem für gebäudeintegrierte Anlagen. Allerdings war der Fördertopf schon nach dem ersten Tag zu einem großen Teil geleert - einzig aus dem Bundesland Wien waren noch nicht genügend Anträge eingegangen. Wenig überraschend wurde mehrfach Kritik am Vergabesystem geübt (vor allem an der mangelhaften Qualität der Online-Vergabe).