Ecological Footprint und ökologischer Rucksack

Ecological FootprintJeder und jede trägt zum Treibhauseffekt und Klimawandel bei - das gilt sogar für Kühe auf den Weiden. Solange wir uns nicht für ein subsistenzwirtschaftliches Leben fernab der Zivilisation entscheiden, können wir nicht umhin, in un.jpg"serer tagtäglichen Nutzung von elektrischen Geräten, Verkehrsmitteln, Nahrungsmitteln und Kleidung Umweltschäden anzurichten. Heute droht das ökologische Gleichgewicht der Erde aus den Fugen zu geraten - den Beitrag, den wir individuell zu diesem Prozess leisten, haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen und Organisationen zum Thema gemacht. Sie versuchen aufzuzeigen, welche ökologischen Spuren wir im Alltag hinterlassen und welche Möglichkeiten der Gegensteuerung es gibt.

So bieten bestimmte Internetseiten einen Klimarechner an, der es etwa erlaubt, den persönlichen Anteil an Treibhaus-Emissionen bei einem Flug zu errechnen, inklusive der Schritte, die nötig wären, um den angerichteten Schaden auszugleichen. So zweifelhaft die tatsächliche Rechnung auch sein mag (das Flugzeug fliegt und emittiert die selbe Menge an Schadstoffen auch, wenn ich persönlich nicht mitfliege), so ermöglicht das doch zumindest, einen Eindruck von den vielfältigen und komplexen ökologischen Zusammenhängen zu vermitteln.

Bekannt geworden ist in diesem Zusammenhang der so genannte ecological footprint. Hinter diesem steckt die Grundidee, die gesamten vom Menschen verursachten Umweltschäden auf anschaulichere Maßstäbe herunterzubrechen. Dies kann als didaktisches Mittel zur Vermittlung sehr komplexer Sachverhalte dienen und das Gefühl beim Einzelnen mindern, gewaltigen, unüberschaubaren Kräften ausgesetzt zu sein. Der ecological footprint gibt, einfach gesagt eine Antwort auf die Frage: Wie viel Fläche der Erde würde man brauchen, wenn alle so leben würden wie man selbst? Dabei geht es um Ernährungsgewohnheiten, Wohnsituation, Stromverbrauch und den Gebrauch von Fortbewegungsmitteln ebenso wie um Mülltrennung und Konsumverhalten, kurz: um den allgemeinen Lebensstandard, und der hängt natürlich hauptsächlich davon ab, wo und wie man lebt.

Das footprint-System zeigt die Ungleichheiten im fiktiven "Platzverbrauch" auf der Erde auf: Wenn man den verfügbaren (also bewohnbaren, bebaubaren etc.) Platz auf der Erde durch die gesamte Weltbevölkerung dividiert, kommt man auf eine pro Kopf mögliche Anspruchsfläche. Außerdem kann man für jedes einzelne Land einen Wert ermitteln, wieviel Hektar der Erde pro Einwohner in Anspruch genommen werden. Während Industrieländer ihren Anteil überschreiten, steht Dritte-Welt-Ländern und Schwellenländer weit weniger Platz zur Verfügung. 2,7 Hektar pro Person ist nach der letzten erhobenen Statistik (auf das Jahr 2005 bezogen) der Orientierungswert, in den USA werden 9,4 Hektar beansprucht, in Afghanistan zum Beispiel nur 0,5 Hektar (Deutschland kommt auf einen Wert von 4,2 Ha). Das Ganze liest sich wie eine Negativbilanz der Wirtschaftsleistung eines Landes. Jedes Jahr werden die Daten aktualisiert - und zwar jeweils auf den Stand von vor drei Jahren, da die Erhebung der notwendigen Daten extrem lange dauert.

Ein ähnliches Konzept steckt hinter dem Ökologischen Rucksack. Die Maßeinheit für den Rucksack ist das Gewicht (in Kilogramm), welches besagen soll, wie viel Kilo Rohstoffe in die Produktion eines Produktes fließen.