Der Klimawandel und der Wärmehaushalt unserer Atmosphäre

KlimawandelDie Erdatmosphäre erfüllt eine wichtige Funktion für das Leben auf der Erde. Über die Jahrmillionen hat sie ein Zusammenspiel aus sich ausgleichenden Kräften und Prozessen gebildet, das dazu führt, dass die Oberflächentemperatur der Erde stabil im lebensfreundlichen Bereich liegt. Doch die weitreichenden menschlichen Eingriffe in den natürlichen Haushalt durch den Anstieg der industriellen Produktion über die letzten 200 Jahre wird dieses Gleichgewicht empfindlich durcheinander gebracht. Mittlerweile ist bekannt, dass diesen Entwicklungen schnell entgegen gesteuert werden muss, nicht klar ist allerdings, wie das funktionieren kann und vor allem, wie die notwendigen Schritte auch durchzusetzen sind.

Die entscheidende Rolle sowohl für das atmosphärische Gleichgewicht der Erde als auch für den Klimawandel spielen die so genannten Treibhausgase. Das derzeit meist diskutierte und wirtschaftspolitisch relevanteste der klimarelevanten Emissionsgase ist CO2, oder Kohlenstoffdioxid, das bei Verbrennungsvorgängen etwa in der Industrie, im Straßenverkehr oder in Haushalten anfällt. Mengenmäßig fällt Kohlenstoffdioxid mit einem Anteil von weit unter einem Prozent an allen Treibhausgasen kaum ins Gewicht, sein Anteil am (natürlichen) Treibhauseffekt ist aber mit 20 Prozent deutlich größer. Das wichtigste Treibhausgas ist schlichter Wasserdampf - es macht rund zwei Drittel der Treibhausgase aus und spielt durch die Bildung von Wolken eine zentrale Rolle im Temperaturhaushalt der Erde. Andere wichtige Gase sind Methangas (für dessen weltweit steigende Produktion der Verdauungsapparat von Kühen sorgt), Lachgas (entsteht in intensiver Landwirtschaft und gilt als besonders schädlich), FCWK (bekannt aus Spraydosen), Schwefelhexafluorid und Ozon (gemeint ist das "bodennahe", das im Zusammenspiel von Sonnenlicht und den Auspuffgasen Kohlenmonoxid und Stickoxid entsteht).

Ein häufig verwendetes Argument, um die Dramatik des Klimawandels zu entkräften, ist, dass auch aus geologischen Frühzeiten Klimaveränderungen bekannt sind oder zumindest angenommen werden (die Eiszeiten etc.) und ebenso natürliche Temperaturschwankungen der Erde Auslöser aktueller Klimaprozesse seien könnten. Erstens ist das aber etwa aufgrund der Geschwindigkeit der aktuellen Veränderungen unplausibel, und zweitens stellt sich unabhängig von den Auslösern die Frage nach Konsequenzen und Gegenmaßnahmen. Frühere Klimaveränderungen haben zum Aussterben von zahlreichen Arten ebenso wie zu Massenwanderungen von Menschen geführt. Bei der heutigen Besiedelungsdichte der Erde muss man die Frage stellen: Wohin sollen denn Menschen heute wandern, wenn ihnen die Lebensgrundlage entzogen wird? Wenn man davon ausgeht, dass das Klima sich weiter in dieser Geschwindigkeit verändert, werden schon in einigen Jahrzehnten heute besiedelte Erdteile nicht mehr bewohnbar sein. Das wird vor allem die Länder der so genannten Dritten Welt treffen. Man kann davon ausgehen, dass Klimawandel dann auch zur Verstärkung von sozialen Spannungen beitragen und weitreichende Konflikte um Siedlungsgebiete auslösen wird.

Der Klimawandel hat auf jeden Fall dazu geführt, dass ein anderes atmosphärenbezogenes Umweltproblem aus der öffentlichen Debatte verschwunden ist: das Ozonloch, das Umweltthema der 1980er und frühen 90er Jahre. Als dessen Folgen gelten vermehrt auftretender Hautkrebs (Sonnenschutz beachten!) und Ernterückgänge, zwei Probleme, die im Vergleich zu den Implikationen des Klimawandels bewältigbar scheinen …