Das Ökohaus

Das ÖkohausEin gutes Drittel der in westlichen Industriestaaten verbrauchten Energie geht auf Kosten privater Haushalte. Davon könnte ein großer Teil, entsprechende bauliche Maßnahmen vorausgesetzt, entweder ganz vermieden oder durch die Integration alternativer Energiequellen zumindest umweltschonender produziert werden. Das verspricht nicht nur umweltschonende Effekte, sondern auch mittelfristig niedrigere Wohnkosten für die individuellen Haushalte - weswegen in den vergangenen Jahren auch ein Trend Richtung ökologischer Bauweise festzustellen ist. Das zentrale Schlagwort ist hier das so genannte Ökohaus, auch Passivhaus genannt. "Ökohaus" ist im Gegensatz zu Passivhaus kein streng definierter Begriff, sondern eher ein Vermarktungskonzept verschiedener Firmen. Meist zielt er auf eine Kombination aus Überlegungen zum Energiehaushalt eines Hauses in Kombination mit der Verwendung von naturbelassenen Baumaterialien wie Holz etc. ab.

Ein Passivhaus ist definitionsgemäß ein Haus, das ohne klassische Beheizungsanlage auskommt und damit bereits von seiner Bauweise her darauf angelegt sind, minimale Energie zu verbrauchen. Wie der Name schon sagt, wird der zur Wärmeregulierung der Wohnräume notwendige Energieaufwand "passiv" gedeckt: hauptsächlich durch die Nutzung der Sonnenenergie, aber auch der Körperwärme der Bewohner oder der Abwärme elektrischer Geräte. Praktisch funktioniert das auf der Grundlage von, erstens, sehr guten dämmenden Baumaterialien in Verbindung mit einer auf gute Abdichtung bedachten Bauweise, und, zweitens, einer technisch ausgereiften Belüftungsanlage. Zu den häufig verwendeten Bauelementen zählen z.B. dreifach verglaste Fenster.

In Summe ergibt sich ein sehr geringer Restheizbedarf - der auf verschiedene Arten gedeckt werden kann (etwa über eine Solartherme oder eine Wärmeheizpumpe). Zusätzliche Wärmeenergie wird in Passivhäusern eher für Warmwasser als für die Beheizung von Räumen benötigt. Diese spezielle Bauweise von Passivhäusern ist natürlich auch mit Problemen verbunden, eines davon ist, dass vor allem im Winter aufgrund der ständig nötigen künstlichen Belüftung die Gefahr sehr trockener Luft in den Räumen erhöht ist.

Wer sich für den Bau seines privaten Hauses für ein Passiv- oder Niedrigenergiehaus entscheidet, kann je nach Wohnregion mit bestimmten Förderungen durch die öffentliche Hand rechnen. Das ist deswegen wichtig, weil die unmittelbar für den Bau anfallenden Kosten empfindlich höher sein können als beim Bau eines herkömmlichen Wohnhauses - diese Kosten können, auch wenn auf mittlere Sicht mit höheren Einsparungen zu rechnen ist, abschreckend wirken. Die Förderstellen richten sich dabei nach offiziellen Definitionen für Passivhäuser - so darf der gesamte Heizenergiebedarf eines Hauses 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht übersteigen (das ist ein sehr niedriger Wert), um als Niedrigenergiehaus oder Passivhaus durchzugehen.

Für Förderkredite ist in Deutschland die KfW die richtige Adresse, ihre Förderstandards orientieren sich an den verschiedenen technischen Definitionen (ein Beispiel ist das KfW-Effizienzhaus 70 bzw. 55).

Die starke Orientierung am Heizbedarf ist natürlich nur für Klimazonen sinnvoll, in denen ein großer Teil des Energiebedarfs zur Wärmeproduktion gebraucht wird. Unter anderen klimatischen Bedingungen stellen sich andere Herausforderungen - etwa wenn es mehr um die Kühlung von Räumen geht. Auf Lehm, kleine Fenster und dicke Mauern setzende Bauweisen in südlichen Gegenden können in diesem Zusammenhang als Spielart einer passiven Bauweise gesehen werden.